Nach Süden

Während ich zwischen den Schnellstraßen zum Ijsselmeer laufe sackt meine Laune immer mehr ab. Ich vermisse die See, will nicht fort von hier. Also von der See, zwischen den Straßen ist es ja nicht gerade schön. Aber ich muss und schon bald komme ich am Ijsselmeer an. Und es ist einfach schön hier. Ich kann das gegenüberliegende Ufer nicht sehen, allerdings macht es der Abschlussdeich im Norden unmöglich sich selbst einzureden dies sei die See. Trotzdem gefällt mir das Ijsselmeer mit all das Leben an Land, auf dem Wasser und am Himmel. Überall sind Vögel.

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Nach einigen Metern bemerke ich, das ich plötzlich langsamer werden. Eigentlich doof, erst reiße ich mich so schnell vom Meer los und jetzt bummele ich hier herum. Aber es erscheint mir einfach falsch hier durch zu hetzen ohne die Natur gebührend zu bewundern. Immer wieder sehe ich einen Schwarm Vögel, dies ist eindeutig ihr Revier.

Von Zeit zu Zeit bleibe ich stehen, mache Bilder oder genieße einfach die Aussicht. Schon bald wird diese Eingeschränkt von einer Insel, doch da die Insel voll Leben zu sein scheint stört es mich nicht weiter.

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Bei dem offenen Boot auf dem Deich das aussieht als würde es seit Jahren darauf warten ins Wasser geschoben und genutzt zu werden bleibe ich stehen. Es passt irgendwie perfekt hier hin. Allerdings wird es wohl noch länger warten müssen denn kaum habe ich ein paar Bilder gemacht geht es weiter.

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Nach etwa einer Stunde bin ich wieder in Makkum. Die Stadt ist schön, gerne wäre ich geblieben (und vermutlich wieder and Meer gelaufen), aber der Binnenhafen ist bis zum Saisonbeginn geschlossen und mein Ziel für heute ist noch immer Workum. Und so verlasse ich kurz darauf die Stadt auf einem kleinen Kanal der gleich hinter dem Deich verläuft. Würde ich anlegen wäre ich mit geschätzt fünfzehn Schritten am Meer. Kaum habe ich die Stadt verlassen ersterben die Geräusche. Keine Autos mehr, keine Menschen, keine Radios und Fernseher. Nur noch der Wind wie er durch das Schilf streicht, das Ruder das immer wieder ins Wasser eintaucht, das Kreischen der Vögel und, von Zeit zu Zeit, mähende Schafe auf dem Deich. Der Kanal war wunderschön und die Sonne verstärkt alle Farben. Immer dann wenn ich an Schafen vorbei paddelte folgten sie mir so lange bis sie an einem Zaun ankommen. Und ich genieße den Anblick dieser knuffigen Tiere.

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Auf der Backbodseite liegt ein See, zumeist von einer Schilfwand verdeckt. Aber hin und wieder öffnet sie sich und man könnte durch. Es ist wunderschön hier, ein Traumhafter Anblick. So gerne wäre ich etwas geblieben, hätte die Natur um mich genossen. Aber die Zeit drängte, wenn ich vor Einbruch der Dunkelheit Workum erreichen mag muss ich mich ins Zeug legen. Allmählich lässt auch die Kraft in meinen Armen nach was es umso schwerer macht einen Gang zuzulegen.

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Ich durchquere ein kleines Dorf, nur eine Hand voll Häuser. Wieder ein Ort den ich mir gerne näher angesehen hätte und doch nicht die Zeit dafür habe.

Plötzlich erreicht ein leicht modriger Geruch meine Nase. Es ist keine Gülle, die riecht anders. Es riecht wie Pflanzen die zu lange im Wasser gelegen haben.

Mit einem Ruck bleibt BEA stehen. Der ganze Kanal ist voll von gemähtem Schilf. So weit ich sehen kann ist der Kanal voller gemähtem Schilf. BEA schwimmt nicht mehr, zum zweiten mal auf diesem Törn ist sie auf Schilf aufgelaufen. Wenigstens ist es dieses Mal nicht meine Schuld. Und ich bin dieses mal nicht derjenige der das Schilf zerstört.

Aber wer zum Teufel wirft Schilf in einen Kanal auf dem Boote fahren?

Oder zumindest ein Boot…

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Die Ereignisse in diesem Teil geschahen am 17.03.2015

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Sebastian