Hanseboot 2015 – Ein persönlicher Rückblick

Sie ist noch bis Sonntag, den 08.10.2015 geöffnet, für mich ist sie aber nun vorbei. Die Hanseboot. Insgesamt knapp vier Tage war ich in Hamburg und auf der Messe. Ein Rückblick.

Um 12.00 Uhr komme ich mit all meinem Gepäck auf der Messe an. Eigentlich wollte ich erst ins Hostel doch dank technischer Probleme bei der Bahn an der ersten Haltestelle hat sich alles um eine Stunde verzögert. Meine Verlegerin, Susanne von millemari. Holt mich ab und gibt mir meine Karte. Ich schließe meinen Rucksack ins Schließfach (Kostet 1€), dann geht es zum millemari. Stand. Nach einem kurzen Gespräch geht es für mich weiter. Etwas orientierungslos irre ich über das Gelände bis ich den Treffpunkt der Segelblogger finde. Das Treffen verläuft in angenehmer Atmosphäre und ich freue mich, mal ein paar der Gesichter hinter den Texten zu treffen.
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Später bin ich wieder am millemari. Stand wo wir uns gut unterhalten. Von hier bekommt man viel von den Vorträgen mit. Besonders begeistern mich die Sailing Conductors. Abends, nach Messeende geht es in die Stadt, wir landen in einer Pizzeria.
Um neun Uhr geht es für mich dann ins Hostel, einchecken. Ich lerne noch kurz meine Mitbewohner kennen, dann ziehen sie in die Stadt während ich mich hinlegte. Ich sehe sie erst beim Frühstück wieder, die nächsten Nächte werde ich das Zimmer auch offiziell für mich alleine haben.
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Den zweiten Tag beginne ich damit meine Ausstellerkarte auszunutzen und etwas früher auf die Messe zu gehen. Es ist erstaunlich, wie ruhig es ist. Ich eile über das Messegelände, zu Bente. Gestern war da viel los (und alles voller Bierflaschen). Jetzt kann ich, es ist gerade 10.00 Uhr, mir das Boot ganz in Ruhe ansehen. Erst von außen, dann von innen. Auch wenn es für mich nicht wirklich etwas ist, es ist interessant. Trotzdem fasziniert mich Diggerchen gleich daneben schon etwas mehr.
Die andere Boote auf der Spaßkisteninsel sind definitiv auch sehenswert. Besonders schön: Ein Holzboot. Man traut sich kaum diese Schönheit mit den Fingerspitzen zu berühren und wischt danach ganz verschämt die Fingerabdrücke weg.
Nach einem Imbiss geht es zum millemari. Stand. Bald darauf hält Holger, ein anderer Autor einen Vortrag. Thema: Mein Boot ist mein Zuhause. Ganzjährig Leben an Bord.
Auch danach lässt es sich klasse mit ihm Reden. Es gibt noch weitere gute Vorträge wie z.B. „Einhandsegeln“ von Stephan (Diggerhamburg.com). Schon bald ist Abend. Ab ins Hostel.
Der Kontrast tut mir gut. Ich nächtigte in einem Backpacker Hostel, im Aufenthaltsraum läuft entspannende Musik. Es ist ruhig, wenn geredet wird kaum mehr als im Flüsterton. Nach dem Trubel auf der Messe eine Wohltat.
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Es ist Montag morgen, zu Fuß geht es in Richtung City Sporthafen. Der Weg ist schön und der Hafen liegt im Nebel. Ein schönes Bild. Allerdings lassen mich die meisten Boote recht kalt – was nichts mit der herrschenden Temperatur zutun hat. Es sind einfach riesige Yachten bei denen sich der Verdacht aufdrängt, das sie hier liegen da das Verholen in die Messehallen kaum machbar gewesen wäre. 50 und mehr Fuß sind einfach nicht meine Welt. Doch ein Boot sticht heraus. Die Segelyacht der Sailing Conductors ist eines der Boote auf der Inwater Hanseboot und ist definitiv mit ihrer Lackierung sehenswert. Zwischen den ganzen hochpollierten Luxusyachten ist sie mit ihren Kanistern und den an Deck liegenden Segeln ein wahrhaft schöner Anblick.
Um kurz nach zehn geht es dann mit dem ersten Shuttelbus im Höllentempo zur Messehalle. Ich laufe einmal über das Gelände und sehe mir nochmal den Stand mit der Besegelung für Schlauchboote an und stolpere kurz darauf über besegelte Banana- und andere Faltboote.
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Um 13.00 steht Susanne mit dem Skipper der LaPirogue (sailing-lapirogue.de) und Marc, einem echten Segelrebellen auf der Bühne. Sie sprechen über das Buch Gewittersegeln – ein packender Vortrag zu einem interessanten Thema.
Danach unterhalten wir uns. Ich bin absolut beeindruckt von den Segelrebellen, die ein wirklich tolles Projekt betreiben. Es ist spannend ihnen zuzuhören, auch wenn ich viel zu oft meinen Mund nicht halten kann.
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Später treten die Sailing Conductors auf, ich sitze im Publikum. Genial.
Es ist Dienstag. Heute ist es so weit, der Tag der Tage. Heute darf (und muss) ich auf die Bühne. Noch ein letztes mal gehe ich durch was ich sagen will, dann gehts zur messe. Mal wieder zu früh. Egal. Doch auch nach der Öffnung ist wenig los. Gestern waren wenige Besucher da – heute überkommt mich das Gefühl als wären mehr Aussteller denn Besucher auf dem Gelände. Ich bin übersättigt, hab gesehen was ich sehen wollte und schon viel mit Leuten geredet. So schön es auch ist, es wird anstrengend. Und ich bin nervös. Wir gehen nochmal kurz über den Vortrag. Währenddessen fällt der erste Vortrag aus. Nicht ein Zuhörer. Ich laufe nochmal übers Gelände doch ist es einfach nichts mehr neues.
Ich unterhalte mich mit Susanne, surfe im Netz. Messe-Blues. Ich hab irgendwie genug. Oder bin ich einfach nervös wegen des Vortrages?
Schließlich beginnt der Vortrag vor meine. Und es werden weniger. Und weniger. Kurz bevor ich die Bühne betrete ist fast niemand da. Jep, ich bin nervös. Soll ich etwa mit einem Mikrofon in der Hand zu Stühlen sprechen?
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Doch dann kommen einige Menschen. Nicht jeder Platz ist besetzt doch in Gedanken an das, was ich die Stunden zuvor gesehen habe freue ich mich. Vor mir wird leicht überzogen doch dann ist es so weit. Ich bekomme das Mikrofon in die Hand, wir gehen auf die Bühne. Zu beginn interviewt mich Susanne – die meisten Fragen kannte ich im Voraus. Gemeiner weise nicht alle. 😉
Erfreut bemerke ich das immer mehr Besucher stehen bleiben, zuhören. Sich hinsetzen. Mit der Mikrofon, das ist etwas komisch. Man muss still halten. Kann ich eigentlich garnicht. Mehrfach muss ich neu ansetzen. Trotzdem, das immer mehr Menschen kommen motiviert mich, es fällt mir leichter, ich werde lockerer. Das Ende ist eine Punktlandung. 13.30. Das ist doch mal ne Leistung.
Danach kommen zwei der Zuhörer auf mich zu. Es ist die Crew der Lilith, jener Yacht die mich beim ersten Törn auf dem Sloter Meer mit Pinnenbruch aufgenommen haben. Sie haben mich vor kurzem über den Blog wieder gefunden und ich freue mich riesig. Wir unterhalten uns, es macht Spaß. Ich freue mich sie wiederzusehen.
Später unterhalte ich mich nochmal mit Susanne. Ich freue mich etwas das die Messe jetzt für mich vorbei ist. Es war schön hier, vier Tage sind aber für die Hanseboot zu eigentlich zu viel. Immerhin hatte ich kaum feste Termine. Also geht es kurz nach vier los, ab zum Bus, zum Bahnhof, ne Currywurst essen und in den IC. Die Rückfahrt verläuft ähnlich wie die Hinfahrt: Ankunft mit einer Stunde Verspätung durch einen verpassten Anschlusszug. Immerhin – da schaffe ich es diesen Beitrag zu schreiben.

Meine Tipps für die Hanseboot 2015:

1. Bringt was zu trinken mit! Getränke sind sehr teuer.
2. täglich um 13.00 Uhr im Forum Leben an Bord die Vorträge der millemari. Autoren. Viele spannende Geschichten. (Mittwoch 17.30 bis 20.00 Uhr, ab 18.30 mit Livemusik)
3. An den meisten Tagen: Um 17.00 Uhr die Sailing Conductors. Genialer Vortrag mit toller Musik
4. Die Spaßkisteninsel. Und nicht nur Bente ansehen!
5. Die Inwater Hanseboot – genauer die Yacht der Sailing Conductors. Hat auch außerhalb der Öffnungszeiten der Hanseboot offen.
Wenn ihr Zeit habt, seht doch auch mal am millemari. Stand gleich neben der Bühne (Forum Leben an Bord) im Seitengang. Da kann man übrigens auch mein Buch vorbestellen.
Fazit: Die Hanseboot ist ganz klar einen Besuch wert. Zwei Tage kann man dort mit Vorträgen, verschiedensten Ständen, Booten und der Inwater sowie dem einen oder anderen Schnack gut verbringen. Danach hat man irgendwie alles gesehen. Viel los war (finde ich) nicht.
Mein Persönliches Highlight war natürlich mein eigener Auftritt. Es hat riesig Spaß gemacht und ich freue mich schon drauf das zu wiederholen.
Viel Spaß noch an alle, die noch auf die Messe gehen!

Sebastian

4 Kommentare

  1. Lieber Sebastian,
    Hannes von den Sailing conductors habe ich zufällig auf der Straße getroffen. Ist wirklich ein sympathischer Typ…

    Schade, dass Du Dich nicht gemeldet hast. Hätte Dich gerne gesehen. Wir hätten zu Néfertiti rausfahren können … uns über das Bloggen austauschen …Oder zumindest hätte ich meine Termine versucht so abzustimmen, dass ich Deinen Vortrag miterlebt hätte …
    Schade. Aber wenn Du mal wieder in der Hansestadt weilen solltest und Lust dazu hast, dann lass uns doch unbedingt mal treffen.
    Liebe Grüße
    Klaus

    • Hallo Klaus,
      gerne! Den Vortrag werde ich nochmals halten – auf der Boot in Düsseldorf… und wohl mehr als einmal sowie am Wochenende. Vielleicht bist du dann da? Es wird natürlich auch noch eine richtige Vorankündigung geben 🙂
      Ansonsten melde ich mich, wenn ich mal wieder in HH bin. Wer weis – vielleicht ja sogar diesen Monat 😉
      Grüße,
      Sebastian

  2. Hallo! Es war echt nett, dich in diesmal entspannter Umgebung zu treffen! Und wenn du zur Boot kommen möchtest, die Einladung steht!
    Viele Grüße von Lilith & Susanne

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