Impression: Friesland im Winter vs Sommer

Friesland Winter vs Sommer

Letztes Jahr war ich zwei Wochen im März, gerade so noch im Winter mit meinem Schlauchsegelboot BEA in Friesland unterwegs. Ein traumhafter Törn aus dem ich nicht nur mit zahlreichen Erinnerungen, neuen Erfahrungen die sich eingebrannt hatten zurück gekommen bin. Sechs Monate davor und danach war ich ebenfalls mit BEA in Friesland unterwegs – aber nicht im Winter sondern im (Spät)Sommer. Auf meiner Facebook-Seite veröffentliche ich fast täglich Bilder von meinen Törns – hauptsächlich vom zweiten (Friesischer Winter) und dritten (8 Fuß und glücklich) Törn. Da mir beim ersten Törn die Kamera kaputt gegangen ist gibt es davon nur wenig Bildmaterial. Dabei fällt mir immer wieder auf wie unterschiedlich doch Friesland im Sommer und Winter ist. Es sieht einfach anders aus! Heute mag ich euch einige Bilder zeigen, die für mich toll den Kontrast zwischen Sommer und Winter zeigen. Und dazu gibt’s natürlich noch jeweils einen Kommentar von mir.

 

Kleidung

Sebastian Janotta

Warme Kleidung: Ein Muss im Winter

Ich :)

T-Shirt und Hut als Sonnenschutz

Segeln in Badehose und T-Shirt? Nicht im Winter in Friesland. Fast immer war das Zwiebelprinzip angesagt. Zwei, wenn nicht drei bis vier lagen Kleidung. T-Shirt, Pulli, Ölzeug, Unterhose, Lange Unterhose, Jogging Hose, Ölzeug, Socken (gerne auch doppelt), Gummistiefel, Handschuhe, Mütze…. das war Standard.
Im Sommer hingegen habe ich höchstens mal spät Abends einen Pulli angezogen. Das Ölzeug diente ausschließlich als Regenschutz und sorgte stets für Schweiß. Ansonsten war T-Shirt und Kurze Hosen oder Badehosen üblich. Und selbst die Rettungsweste war zeitweise unangenehm warm…

Wetter

Segelboot schlechtes Wetter Friesland

Es gibt nicht nur gutes Wetter…

Cappie-über-Bord am 24.08.2014

Egal ob Sommer oder Winter

Lustigerweiße hatte ich im Winter mehr Sonne als im Sommer! Allerdings war das Wetter im Winter deutlich weniger beständig. Einen Wetterbericht der mehr als 24 Stunden in die Zukunft ging war…. naja, Wetterfrosch. Ich habe zwar danach geplant und als ganz grobe Orientierung hat es gereicht. Allerdings waren ein bis zwei Windstärken schon mal vier, vier schon mal null… und Wolken oder keine Wolken war auch etwas, mit dem es der Wetterbericht nicht so genau nahm.

Im Sommer war es wärmer, dafür gab es aber öfters Wolken (und Regen!). Dafür konnte man sich aber zumeist darauf einstellen. Der Wetterbericht war recht zuverlässig, teilweise konnte man Wind- und Wetteränderungen auf die Stunde genau einplanen!

 

Einsame Insel?

Schlauchsegelboot Natur Insel Liegeplatz

Einsamer Liegeplatz auf einer einsamen Insel

Nicht ganz alleine – aber fast

Wolltet ihr schon mal einen Tag auf einer einsamen Insel verbringen? Im Winter in Friesland kein Problem! Auf vielen der kleinen Inseln gibt es Marrekritte-Plätze. Während sie im Sommer teilweise geradezu überrannt werden, hat man im Winter gute Chancen eine Insel für sich alleine zu haben. Eine unglaubliche Erfahrung. Doch auch im Sommer hat man eine gewisse Chance. Mit etwas Glück erwischt man eine Insel für sich alleine. Oder zumindest fast alleine. Und obwohl ich mir die Insel im Sneeker Meer bei meinem ersten Törn teilen musste war ich doch fast wie alleine. Denn die anderen Wassersportler waren auf ihren Booten während ich mein Zelt an Land aufgeschlagen und die Insel erkundet habe.

Lesetipp: Marrekrite – Wild campen in Friesland

Und: Vom Wetter und einem Geisterboot

Nächtliche Temperaturen

Zelt Eis Frost Winter

Kalte Nächte gehören dazu

Ganz anders im Sommer…

Die Nächte waren kalt im Winter. Soweit es möglich war bin ich sofort nachdem die Sonne untergegangen ist im Schlafsack verschwunden und erst wieder heraus gekommen sobald sie aufgegangen ist. Und an so manchem Morgen erwartete mich dieses Bild. Das Eis wurde dann mit der bloßen Hand vom Zelt gekratzt. Vorteil: Das Zelt war danach trocken und musste abends nicht mehr trocknen! Nachteil: Die Hände waren danach tiefgefroren…

Zwar konnten die Nächte auch im Sommer frisch werden – doch im Vergleich zum Winter war das kein Thema. Auch Abends nach Sonnenuntergang draußen sitzen und die Aussicht genießen war kein Problem.

 

Kanäle

Kanal Friesland

Einsame Kanäle: Im Winter ganz Normal

Polyvalke Friesland

Es gibt sie auch im Sommer – aber nicht so extrem und man man muss schon genauer suchen…

Mit meinem Boot komme ich auch im Sommer auf Kanäle die nur wenig befahren werden. Doch im Winter erreicht das ganz neue Ausmaße. Teilweise habe ich über Tage nicht ein anderes Boot auf dem Wasser gesehen! Diese Ruhe war unglaublich angenehm. Stunden lang durch traumhafte Natur die man für sich alleine hat. Natürlich ist es auch schön wenn man hin- und wieder andere Boote auf dem Wasser seht wie die Polyvalken auf dem Bild. Doch zeitweise war es mir im Sommer doch etwas zu viel Trubel. Die Ruhe und Einsamkeit des Winters wird man im Sommer nur schwerlich finden.

Lesetipp: Frieslands versteckte Kanalschätze 

Natur

Kanal Friesland Winter

Grün? Nein, Goldgelb!

Kanal Friesland

Grün Grün Grün ist alles was ich habe…

Und wenn wir schon bei der Natur sind: Auch die sieht anders aus. Kennt ihr dieses saftig grüne Schilf? Tja, das sucht man im Winter vergeblich. Im Sommer ist Friesland grün. Im Winter erstrahlt es in einem traumhaft schönen Gold-Gelb. Man muss es gesehen haben. Beides ist wunderschön und vermittelt eine komplett unterschiedliche Atmosphäre. Der Sommer sieht lebendig und friedlich aus. Der Winter wild. Ich liebe beides.

 

Tage

Sonnenuntergang

Kurze Tage gehören dazu

Sonnenaufgang Segeln

Sonnenaufgang im Sommer…

Lange Schläge sind im Winter ein Problem. Die Tage sind kurz und wenn die Sonne nicht scheint ist es kalt. Das erfordert eine gewisse Planung. Dafür erlebt man traumhafte Sonnenauf- und Untergänge! Denn bei den späten Sonnenaufgängen sowie den frühen Untergängen ist es kein Problem zu entsprechender Zeit wach zu sein. Trotzdem: Rein vom Segeln her ist es im Sommer leichter. Einen 12 (13) Stunden Schlag wie den, den ich zu beginn des dritten Törns von De Morra bis Makkum gemacht habe wäre im Winter praktisch unmöglich gewesen. Jedenfalls nicht bei Tageslicht.

 

Nebel

Nebel Ijsselmeer

Brrr… Nebel!

Segeln Friesland

Seht ihr die kleinen Nebelschwaden im Hintergrund? Mehr gabs nicht…

Gibt es sicherlich nicht nur im Winter. Doch so eine dichte Suppe wie im Winter hatte ich im Sommer nicht erlebt. Gerade am Morgen hatte ich im Winter des öfteren etwas Nebel. Meistens verschwand der recht schnell. Aber er kann sich auch mal länger halten… Im Sommer war Nebel hingegen eine echte Ausnahme und verschwand auch recht schnell wieder.

In beiden fällen habe ich aber auch die Schönheit der Nebelschwaden über der Landschaft genossen. Und war froh, wenn ich nicht mehr (lange) auf dem Wasser war. Denn einmal mit BEA im dichten Nebel hat mir gereicht.

 

Häfen

Hafen Stavoren Winter

So sieht ein voller Hafen im Winter aus

De Vrijheid Warns

Ganz anders im Sommer. Plötzlich sind viele Boote im Wasser

Jep, das ist mein Ernst. Als ich am letzten Abend in den Buitenhaven von Stavoren einen Blick geworfen habe, hab ich mich über die „vielen“ Boote im Wasser gefreut. Ist doch gut gefüllt – oder? Jedenfalls für den Winter. Denn in vielen Häfen habe ich nicht ein einziges Boot im Wasser gesehen! Einzige löbliche Ausnahme war der Vereinhafen in Harlingen. Der Hafen war im Winter voll – im Sommer überfüllt. Beides hat seine Reize. So ein leerer Hafen hat eine ganz eigene Atmosphäre und kann wunderschön sein. Gleichzeitig finde ich es immer schade wenn ich bei tollem Segelwetter all die Boote an Land stehen sehe.

Es gibt noch viele weitere Unterschiede zwischen Friesland im Sommer vs Winter. In meinem Artikel Segeln im Winter habe ich einige davon schon angeschnitten. Doch heute wollte ich das ganze mal optisch aufzeigen.

Natürlich sind das nur die Unterschiede die mir aufgefallen sind und die ich auch in Bildern habe. Erzählt mir von euren Erfahrungen und Gedanken dazu in den Kommentaren!

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Sebastian