Tipps für einen Friesland-Törn

Ein Urlaub auf den Kanälen und Seen der niederländischen Provinz Friesland ist ein tolles Erlebnis. Anfänger finden hier ein gut geschütztes Revier das kleinen Booten und großen Yachten viele Möglichkeiten bietet.

Erfahrene Wassersportler finden mit der Nordsee und dem Wattenmeer ein anspruchsvolles Revier gleich vor der Schleuse. Und wird der Wind zu stark oder die Wellen zu hoch, kann man in Friesland noch unterwegs sein während man sich draußen längst im Hafen verstecken müsste. Spannende, gute erhaltene Hafenstädte aus dem goldenen Zeitalter, ruhige Inseln mit Liegeplätzen mitten in der Natur, Leckeres Essen und eine spannende Landschaft sorgen dafür, dass einem auch nach dem Anlegen nicht langweilig wird.

Friesland bietet für jeden Wassersportler etwas – und es zu finden ist gewöhnlich nicht schwer. Sowieso empfiehlt es sich auch spontan mal an einem Liegeplatz anzulegen obwohl er nicht zu den großen und bekannten gehört. Trotzdem mag ich heute ein paar Tipps weiter geben die ich Teils im Voraus selbst bekommen habe, teils mir selbst erarbeitet habe.

 

Marrekrite

 

Marrekrite Zelt Nebel

Marrekrite-Platz bei De Morra. Selbst zelten darf man hier mitten in der Natur – und das ganze kostenlos.

Für Wassersporter in Friesland ein muss. Anders kann ich es nicht sagen. Marrekrite ist ein Verein, der für alle die mit Booten unterwegs sind kostenlose Liegeplätze in der Natur zur Verfügung stellt. Man findet sie fast überall in Friesland und darf an den Plätzen bis zu drei Nächste bleiben. Auch wenn es nicht immer gelingt eine Insel für sich alleine zu haben – einen Platz findet man (fast) immer. Und wenn nicht: Der nächste ist sicherlich nicht weit weg. Abgesehen vom Liegeplatz und einem Müllcontainer gibt es keine Infrastruktur, darauf muss man sich vorbereiten. An einigen Marrekrite-Plätzen darf man ein Zelt aufstellen was es Jollenseglern und Kanuten ermöglicht ebenfalls in den Genuss dieser Plätze zu kommen.

Und was kostet es? Genau einmal im Jahr einen Wimpel – rund 15 Euro. Selbst mit einem kleinen Boot hat man die Kosten schon nach zwei Nächten raus. Und dabei sind einige dieser Marrekrite-Plätze die schönsten Orte, an denen man liegen kann. Ruhig, Idyllisch, gemütlich. Was will man mehr?

 

Beiboottouren auf den „versteckten Kanalschätzen“

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Ein echter, versteckter Kanalschatz. Eines der schönsten Kanalstücke die ich in Friesland kenne – aber Flach und mit mehreren niedrigen, festen Brücken.

Für Kanuten und Eigner kleiner Motorboote – und natürlich Schlauchbootsegler – eher weniger ein Thema. Denn mit diesen ist man sowieso auch auf vielen der kleinen Kanäle unterwegs. Wer aber mit einem Segelboot mit stehendem Rigg oder einer Motoryacht mit hohem Aufbau unterwegs ist, kommt auf einige der kleineren Kanäle nicht raus. Zum einen öffnen sich zwar viele Brücken in Friesland – aber eben nicht auf allen Kanälen. Welche – das erschließt sich aus der Wasserkarte. Dabei sind einige dieser kleinen Kanäle aber traumhaft schön. Touristisch unberührte Dörfer und Höfe, spannende Natur – und die Möglichkeit selbst in der Hauptsaison mal für mehrere Stunden die Ruhe auf dem Wasser zu genießen, unterwegs zu sein wo sonst niemand ist.

 

 

Essen

 

...da bleibt auch Geld für Sowas

Eine Waffel mit heißen Kirschen in einem Pannkokenhuis.

Essen in den Niederlande? Der Klassiker dürfte Fisch oder Frittiertes sein. Fisch mag ich nicht. Und auch wenn ich unterwegs ganz gerne mal eine „Portie Patat met Mayonaise“ gegessen habe: Für einen gesamten Törn ist das für mich nichts. Und ich bin sicher kein Gesundheitsapostel. Wer unterwegs nicht selbst kochen mag findet aber auch viele Internationale Restaurants.

Die Niederlande – und damit auch Friesland – ist aber auch eine Nation die für ihren Käse bekannt ist. Das können die einfach verdammt gut! Mein persönlicher Favorit: Brokkel. Ein leckerer, wirklich alter Käse. Lang gereift ist er ausgesprochen würzig. Und, der Name lässt es schon vermuten, Bröckelig. Brokkel bekommt man nicht richtig in Scheiben geschnitten. Ist aber auch nicht schlimm – einfach ein Stück abschneiden, in die Hand nehmen und zu einer Scheibe Brot essen. Und wenn man mag, kann man das Brot auch weglassen.

Wenn möglich würde ich Käse statt im Supermarkt (wo er auch schon besser ist als in Deutschland) auf dem Markt, im Fachgeschäft oder auf dem Bauernhof kaufen. Alleine der Einkauf ist ein Erlebnis – und probieren war kein Problem.

Allen die es, wie ich, gerne Süß mögen kann ich nur empfehlen Vla zu probieren. Allgemein bin ich mittlerweile bei Süßigkeiten in den Niederlande vorsichtig, vieles ist selbst mir zu süß. Aber Vla ist einfach lecker. Man findet ihn in jedem Supermarkt. Was ist Vla? So ganz genau weiß ich das gar nicht. Es ist eine Art etwas flüssigerer Pudding, den es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen gibt. Oh – und das was es mittlerweile auch in Deutschland gibt: Ist zwar gut, aber doch noch nichts im Vergleich.

Mein Vla-Favorit von dem auch immer einige Packungen mit nach Deutschland gekommen sind ist Double-Vla (Schoko/Vanille). Jami.

 

 

Orte

Bolsward

Innenstadt von Bolsward

 

Tolle Orte gibt es in Friesland viele. Egal wo man hinsieht, man findet idyllische Höfe, gemütliche Dörfer und beeindruckende Städte, deren Fassaden noch aus dem Goldenen Zeitalter stammen. Ein typisches Ziel für einen Frieslandtörn ist Sneek. Die Stadt mitten in der Provinz Friesland bietet alles was man sich wünschen kann. Eine schöne Altstadt mit spannender Architektur, viele Geschäfte wenn man shoppen will, mehrere Häfen und mit dem Sneeker Meer ein tolles Gewässer vor den Toren der Stadt. Außerdem finden sich viele schöne Marrekrite-Plätze in der Gegend. Wem das Sneeker Meer zu voll ist, kommt von hier schnell zum Heeger Meer und De Fluezen. Außerdem gibt es noch wirklich schöne Seen im Süden der Stadt.

Obwohl man mit stehendem Mast hin kommt häufig unterschätzt: Bolsward. Die Stadt liegt zwischen Sneek und Makkum. Die Altstadt ist beeindrucken und offensichtlich unter Motorbootfahrern ein beliebtes Ziel. Segler hingegen verirren sich nicht ganz so oft hier her. Doch es lohnt sich die kleinen Gassen und großen Straßen der historischen Altstadt zu erkunden.

Mein persönlicher Favorit: Harlingen. Die Stadt ist ein Traum für alle, die Schiffe und Meer lieben. Direkt am Wattenmeer gelegen kann man hier Salzluft schnuppern und die Aussicht über das weite Blau genießen. Harlingen selbst ist eine alte Hafenstadt und noch heute ragen die hohen Riggs der Plattboden- und Rahsegler über die Dächer der Stadt hinaus. Die Architektur ist noch in weiten teilen gut erhalten, zahlreiche Kanäle und Häfen prägen das Stadtbild. Wer gerne durch Läden bummelt wird auch hier fündig. Viele kleine Läden finden sich und laden zum stöbern ein.

Der einzige Ort in ganz Friesland der mir während meiner drei Törns NICHT gefallen hat war Leuwaarden. Der Grund: Alles was ich von der Stadt gesehen habe war ein Kanal voller Baustellen. Entsprechend überrascht war ich, als Kia von Traviness mir begeistert von dieser Stadt erzählt hat. Man kann also guten Gewissens sagen: Egal wo in Friesland, überall warten schöne, alte Orte darauf erkundet zu werden.

 

Das waren meine Tipps für alle, die einen Törn durch Friesland planen – egal ob unter Segeln, auf einem Motorboot oder mit einem Kanu/Kajak. Was würdet ihr jedem Friesland-Reisendem empfehlen? Verratet mir eure Tipps in den Kommentaren!

Sebastian

Ein Kommentar

  1. Das Städtchen Sloten ist immer einen Besuch wert. Klein aber fein!
    Wer’s lieber grösser mag, ist in Sneek gut aufgehoben. Viele interessante Geschäfte und Cafés. Viel Spaß beim Bummeln.

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