Pfefferminzbrot

Leben an Bord heißt kochen an Bord. Und mittlerweile auch backen an Bord. Seit drei Wochen kaufe ich keine Backwaren mehr. Fertiggerichte noch länger nicht. Jedenfalls gibt es bei mir an Bor kein gekauftes Brot oder gekaufen Kuchen. Obgleich ich nicht jeden Tag Brot esse, gelegentlich mag ich es recht gerne. Für das zweite Märzwochenende hatte ich mir fest vorgenommen ein Brot zu backen. Genauer: Ein Vollkornbrot. Die Zutaten für das Brot hatte ich bereits am Vortag beim Biomarkt gleich auf der anderen Seite des Deiches gekauft. Doch bevor ich loslegen wollte ging es noch zum Wochenmarkt. Der ist in Cuxhaven immer Mittwochs und Samstags Vormittags. Jetzt, im März noch ab acht Uhr. Da arbeite ich Mittwochs natürlich schon. Und so gehe ich eben Samstags. Während ich gemütlich über den Markt laufe, mich mit Äpfeln, Karotten, Kartoffeln und ein paar weiteren Kleinigkeiten eindecke fällt mein Blick beim Gemüsestand auf einen Bund Pfefferminze. Pfefferminze… das könnte doch… warum eigentlich nicht? Der Bund kostet nicht übermäßig viel Geld und ich bin in Experimentierlaune.

Zutaten einwiegen…

Zurück an Bord geht es endlich los. Ich habe mich grob von verschiedenen Rezepten im Netz inspirieren lassen, eine richtige Vorlage existiert allerdings nicht. Und doch: Am Ende stand ein echt leckeres, leicht süßes Vollkornbrot mit Pfefferminznote. Und das braucht man dafür:

  • 130 Gramm Weizenmehl
  • 130 Gramm Roggenmehl
  • 130 Gramm Dinkelmehl
  • 130 Gramm Haferflocken
  • 1 Päckchen Trockenbackhefe
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Pfefferminze, frisch (ca. 1 Hand am Stiel)
  • 2 Teelöffel Zuckerrohr Melasse*
  • 1 gestrichener Teelöffel Salz
  • Mindestens 250 Milliliter Wasser

…kneten…

Dieses Rezept eignet sich auch mengenmäßig gut für den Omnia-Backofen. Bei einer größeren Backform müssen die Mengen ggf. angepasst werden.

Zunächst wiegt man die drei Mehle und Haferflocken in eine Schüssel und mischt sie zusammen mit der Trockenbackhefe gut durch. Nun entfernt man die Blätter der frischen Pfefferminze und schneidet diese mit einem scharfen Messer klein. Auf die Finger achten. 😉

Die kleingeschnittene Pfefferminze wird zu der Mehlmischung gegeben. Nun schlägt man etwa zwei Teelöffel Zuckerrohr Melasse dazu.* Nun noch einen gestrichenen(!) Teelöffel Salz beimischen, dann kommt endlich das Wasser in die Schüssel. Hier kann man guten Gewissens 250 Milliliter vorlegen. Jetzt muss geknetet werden. Wer – wie ich als Liveaboard auf einem kleinen Boot – keine Küschenmaschine hat macht dies ganz altmodisch: Mit den Händen. Dies geht sehr gut. Es empfiehlt sich aber daran zu denken, das man anschließend dreckige Hände hat. Das Waschbecken oder aber ein Eimer mit Wasser sollte daher gut zugänglich sein, will man nicht den Teig im Boot oder der Küche verteilen.

…ggf. noch ein paar zusätzliche Haferflocken drauf streuen…

Die 250 Milliliter Wasser werden vermutlich noch nicht reichen um die gesamte Masse zu binden. Man gebe dafür nach und nach Wasser zu, bis sich ein fester aber doch schon gut zu knetender Teig gebildet hat. Der Teig darf dabei nicht zu flüssig werden. Die Konsistenz ähnelt am Ende einem Pizzateig.

Der Teig muss abgedeckt nun mindestens eine halbe Stunde gehen. Wer, wie ich, dann noch auf etwas mehr aufgehen beim Backen hofft, der gibt nun ein Päckchen Backpulver an den Teig und knetet noch einmal durch.

Nun heißt es die Form vorbereiten. Beim Omnia (einem Campingbackofen den man auf den Kocher stellt) habe ich gute Erfahrung damit gemacht, etwas Sonnenblumenöl mit Mehl zu mischen und das ganze mit einem Pinsel über die gesamte Form zu verteilen. Anschließend den Brotteig über die gesamte Form gleichmäßig verteilen. Wer mag kann noch einmal Haferflocken auf die Oberfläche streuen und diese leicht eindrücken für einen besseren Halt.

Bei einem normalen Backofen wird nun normal gebacken. Da ich an Bord nur einen Omnia-Backofen habe kann ich nur hier eine Empfehlung abgeben: Mit dem Kocher (bei mir Spiritus) 2-3 Minuten auf voller Kraft anheizen. Dann wird der Kocher auf Stufe 1-2 (von 4) für die restliche Backzeit gestellt. Das Brot war nach knapp über dreißig Minuten fertig. Von einem vorschnellen öffnen des Omnia-Ofens sollte man absehen, da ansonsten die Oberhitze verfliegt.

In jedem Fall lässt sich der Fortschritt gut mit einem scharfem Messer überprüfen: Ist das Brot fertig, so bleibt beim Reinstecken kein Teig mehr hängen.

Noch dampfend, frisch aus dem Ofen: Ein Pfefferminzbrot

 

Das Brot hatte ein leckeres Pfefferminzaroma mit einer leichten Süße, die perfekt zu Marmelade aber auch Erdnussmus gepasst hat. Und streicht man etwas Zartbitter-Creme auf das Brot, so erhält man eine köstliche After-Eight-Note.

Besonders köstlich mit Blick aufs Wasser…

Besonders toll: Ich konnte dieses Brot als erste Mahlzeit nach meinem Umzug aufs Boot im Cockpit in der Sonne genießen.

*Kann ggf. auch mit normalem Zucker ersetzt werden. Ich würde hier aber dann nur einen Teelöffel nehmen!

…im Cockpit des eigenen Bootes.

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Sebastian

Ein Kommentar

  1. Moin Moin. Ich kaufe mir demnächst auch einen Backofen.
    Grüße vom Kabouter

Kommentare sind geschlossen.