Fototour auf Helgoland

Auf dem Weg vom Hafen ins „Inselinnere“ komme ich vorbei an den berühmten Schiffsausrüstern. Warum „berühmt“?

 

Nun, selbst in internationalen Segelgruppen auf Facebook sieht man regelmäßig Fotos dieser Läden.

Der Grund dafür dürfte wohl die dargebotene Ware sein. Unter Schiffsausrüstung versteht man hier in erster Linie eine Sache: Alkohol.

Und den in rauen Mengen zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Ansonsten werden in diesen Läden nur noch Zigaretten und Süßigkeiten angeboten.

Ich muss schmunzeln. Irgendwie hat es schon wieder stiel. Und, beim Gedanken an so manchen Segler passt der Name ja durchaus.

Noch im Unterland gönne ich mir ein Eis. Es ist warm, ein Tag wie geschaffen dafür. Während ich die Treppe ins Oberland hochschlendere genieße ich es.

 

Im Oberland angekommen stolpere ich sogleich über die Schrebergärten. Ja, Schrebergärten!

Ich kann es selbst kaum glauben. Helgoland. Ein kleiner Fels mitten im Meer. Deutschlands einzige Hochseeinsel ist nun wahrlich nicht riesig.

Es würde mich nicht wundern wäre sie kleiner als die bewohnten Ostfriesischen Inseln. Und doch gibt es hier Schrebergärten. Verrückte Welt.

Und doch, irgendwie schön. Tatsächlich genieße ich entlang des Weges durch die Gärten zu schlendern.

Weiter geht es entlang des Klippenweges. Und der Name ist Programm. Gleich neben den steil abfallenden Felswänden geht es immer mit Blick aufs Meer vorwärts.

Ein wundervoller Weg der mir  auf anhieb gefällt.

Ein klein wenig beneide ich die Einheimischen. Ich mag es ja in Cuxhaven über die alte Liebe zur Grimmershöner Bucht und zurück zu spazieren, manchmal auch bis zur Kugelbake.

Aber das hier ist noch mal ein ganz anderer Schnack. Man sieht zeitlich die liebliche und gewaltige Seite der Natur. Da ist der steile, rote Fels, massiv steht der da, trotzt den Gezeiten.

Abertausende Vögel haben sich auf dem Felsen niedergelassen, nicht wenige fliegen über ihm. Das Oberland ist grün, saftiges Gras wächst auf dem rauen Fels.

Und Vögel sind hier nicht die einzigen Tiere. Auch Rinder, Schafe und Ziegen graßen entlang des Klippenweges.

Sagte ich entlang? Plötzlich stehen die Schafe nicht nur neben sondern auch auf dem Weg. Und kauen ungestöhrt weiter während man direkt neben ihnen vorbei geht, lassen sich gar lässig fotografieren.

Schließlich erreiche ich die lange Anna. Imposant steht der Monolith da und zieht die Blicke auf sich.

Ab hier verschwindet meine Kamera nicht mehr in der Tasche. Mehr noch als der Fels haben es mir die Tiere, genauer, die Vögel angetan.

Ganz besonder die kleinen, jungen. Sie sind einfach unglaublich putzig, man mag sich kaum sattsehen an ihnen. Sie vor der Linse zu haben ist einfach ein Vergnügen.

Ein etwas anderes fotografisches Vergnügen sind die Vögel in der Luft. Hier ist es ehr der sportliche Ehrgeiz, sind sie fliegend doch nicht so einfach zu erwischen. Und doch, ein paar mal gelingt es mir.

Schließlich, meine Füße sind das lange Laufen nicht mehr gewohnt, geht es wieder die Treppe hinab und ins Unterland.

Noch einmal gönne ich mir eine Kugel Eis die bereits aufgeschleckt ist als ich den Bootausrüster am Hafen erreiche.

Und dieses Mal ist tatsächlich mit Rickmers ein Ausrüster gemeint.

Hauptsächlich gibt es hier Kleidung, aber auch Tauwerk und eine ganze Reihe von Kleinigkeiten. Ich erwäge mir neues Ölzeug zu kaufen – das aktuelle ist mir viel zu klein. Doch so ganz kann es mich nicht überzeugen.

Nach drei Stunden bin ich wieder an Bord und entspanne mich von dem langen Spaziergang.

Nach dem Abendessen sitze ich im Cockpit, mache die Planung für meine Weiterreise.

Vor Dienstag Abend komme ich hier nicht weg, bis dahin ist noch zu viel Wind und Welle gemeldet.

Um das ganze noch etwas haariger zu machen sollte ich am Donnerstag nach Cuxhaven kommen. Denn am Wochenende soll es auffrischen.

Zwar „nur“ sieben Windstärken. Aber eben auf der Außenelbe… Und da muss ich ja von Helgoland auch erstmal hin kommen.

Nein, das alles ist keine Option. Ändert sich der Wetterbericht nicht, so geht es am Mittwoch in Richtung Cuxhaven, möglicherweiße mit einem Stopp auf Neuwerk.

Alternativ vielleicht auch durch bis zur Ostemündung und dann Donnerstag zurück nach Cuxhaven.

Irgendwie schade. Es scheint als wäre ich gerade erst losgesegelt und doch plane ich bereits die letzten Meilen zurück in den Heimathafen.

Ich schüttle meinen Kopf. Wie auch immer. Erstmal will ich noch Helgoland genießen.

Im Laufe des Abends komme ich noch ins Gespräch mit meinem Päckchennachbar (er hat sich auf mich gelegt).

Sein Bootstyp, eine Etap 22, war letztes Jahr als ich auf der Suche war auch für mich eine Option.

Wir verstehen uns gut, reden über Segeln und Boote. Und so vergeht der Abend recht zügig.

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Sebastian

4 Comments

  1. Wieder mal ein schöner Beitrag 🙂 Mir gefällt Helgoland enorm gut, ich möchte die Insel unbedingt einmal besuchen. Bin gespannt, wie es weiter geht!

  2. Hallo, da hast du ja schöne Aufnahmen geschossen – super!
    Wünsche dir eine schöne Saison und viele neue und schöne Abenteuer 🙂
    LG TOM

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