BEA ORCA

Bea Orca ist mein erste seegehendes Boot – und mein Zuhause. Seit dem 16. Januar 2017 wohne ich auf ihr.

Doch Anlass zum Kauf war primär ein anderer: Nach meinem Umzug von Rheinland-Pfalz nach Cuxhaven brauchte ich ein neues Boot. So sehr ich mein 8 Fuß Schlauchsegelboot BEA auch mochte, für die Nordsee war sie denkbar ungeeignet.

Bea Orca überzeugte mich als einziges Boot vollkommen. Gebaut für die raue Küste Großbritanniens hatte ich keinerlei Bedenken bezüglich ihrer Seegängigkeit. Mit gerade mal 0,8 Metern Tiefgang würde ich im Watt recht weit kommen und dank der Kimmkiele bequem trockenfallen. Dann die Wohnlichkeit. Hatte ich auf anderen Booten dieser Größenordnung mit meinen 1,85 Metern Probleme aufrecht zu sitzen oder in einer Koje zu liegen, so hatte ich hier ganze vier mögliche Schlafplätze – und fast Stehhöhe! Und auch ansonsten fühlte es sich gleich richtig gemütlich an Bord an.

Der Zustand war überzeugen. Nicht alles top modern – aber solide, sowohl gebaut als auch gepflegt. Ein Boot, mit dem ich keine Bedenken hätte in See zu stechen. Und so, nach einer langen Suche entschied ich mich letztlich für sie. Es war das einzige Boot, das ich mir ansah und sofort dachte „das ist die Richtige“.

Daten:

Mein neues Zuhause

Länge:                 6,71 Meter

Breite:                 2,39 Meter

Tiefgang:            0,81 Meter

Leergewicht:      1,5 Tonnen

Davon Ballast:   635 Kilogramm

Baujahr:              1974

Segelfläche:       Ca. 20 Quadratmeter

Der Innenraum:

Bea Orca’s Innenraum lässt sich in drei Teile unterteilen. Das Vorschiff, der Salon und die Hundekoje. Da ich die Hundekoje nur als Stauraum nutze findet sie an dieser Stelle keine weitere Beachtung.

Das Vorschiff ist mein Schlafzimmer. Als solches ist es am besten Isoliert. Die gesamte Decke habe ich mit 19mm Armaflex-Isolationsmaterial isoliert um Schwitzwasser zu verhindern und ein besseres Halten der Temperatur zu verhindern. Einzig die Vorschiffsluke ist nicht isoliert. Seit den Isolationsarbeiten hatte ich kein Schwitzwasser mehr im Vorschiff. Am Fußende und unter den Polstern befinden sich Schapps die ich für meine Kleidung benutze.

Mittschiffs befindet sich der Salon. Auf Steuerbord ist ein Tisch mit zwei Bänken angeordnet. Der Tisch lässt sich herabsenken und so als Doppelkoje (0,9×2,0 Meter) verwenden.

Unter den Bänken befindet sich Stauraum, den ich unter anderem zum Lagern von Lebensmitteln verwende. Obgleich ich nun an Bord lebe ist er noch nicht aufgebraucht!

Auf Backbord befindet sich die Pantry, meine Küche. In den Schränken sind primär (Koch)geschirr, Besteck aber auch Lebensmittel untergebracht. In der Mitte steht ein zweiflammiger Spirituskocher. Einen Backofen in dem Sinne gibt es nicht allerdings habe ich einen Omnia-Campingbackofen an  Bord. Die Ausstattung erlaubt es mir richtig zu kochen – und anders als bei meinen Törns im Schlauchsegelboot nicht primär von Fertignahrung zu leben.

Links vom Kocher befindet sich ein mit einer Holzplatte abgedecktes Waschbecken.

Am Durchgang vom Salon zum Vorschiff habe ich mir ein kleines Regal eingebaut – ein Bücherregal. Wie auch die neuen Polster und Gardienen verstärkt es für mich das Gefühl von „Heim“.

An Deck:

Bea Orca hat ein geräumiges Cockpit mit der Möglichkeit einen Tisch aufzubauen um bei schönen Wetter draußen zu essen. Es gibt zwei große Backskisten mit reichlich Stauraum – der größtenteils ungenutzt ist.

Ein kleiner Nachteil an den ich mich aber schnell gewöhnt habe ist der Weg aufs Vorschiff. Der Weg an der Seite entlang ist eher schmal, hier passt immer nur ein Fuß vor den anderen. Einmal dran gewöhnt ist dies aber kein Problem mehr. Das laufende Gut ist ins Cockpit gelegt so das es unterwegs nur selten Gründe gibt aufs Vorschiff zu gehen – noch seltener, wenn ich wieder eine Rollgenua habe.

Im Bug befindet sich ein großer Ankerkasten für Ankerleine- und Kette sowie den Landanschluss für die Bordelektrik. Der Anker selbst wird am Bugkorb gefahren und ist dadurch sehr schnell einsatzbereit.

 

Elektrik

Keep it simple. Im Salon gibt es drei 230V Steckdosen die direkt an den Landstromanschluss angeschlossen ist. Eine davon ist während der Kalten Jahreszeit dauerhaft mit meinem Ecomat 2000, einer elektrischen Heizung belegt.

Aktuell gibt es nur eine 12V Steckdose die sich im Vorschiff befindet. Allerdings wird demnächst das Bordnetz ausgebaut, die nötigen Teile sind bereits an Bord. So soll es mehrere 12V sowie USB-Steckdosen im Salon geben. Mit einem 12V-Netzgerät kann ich dann auch über das Bordnetz meinen Laptop laden können. Möglich machen soll dies eine neue 150Ah Batterie die alleine als Verbraucherbatterie fungieren soll. Die bereits angeschlossene 70Ah wird zur reinen Starterbatterie. Gespeist wird das Bordnetz aktuell durch Landstrom und die Lichtmaschine meines Motors. Auf der Sprayhood sind zwei 50 Watt Solarzellen angebracht die allerdings noch nicht angeschlossen sind.

 

Antrieb

Bea Orca ist mit Groß- und Focksegel ausgerüstet. Sie hat ein doppeltes Vorstag, die beide mit einem Roller ausgerüstet sind. Während das eine Vorstag für Stagreitersegel eine Rollvorrichtung hat, ist das Andere für ein richtiges Rollvorsegel vorbereitet. Ursprünglich hatte sie eine Rollgenua, diese ist allerdings marode und gerissen, soll und muss aber ersetzt werden.

Bei Bedarf – was öfters ist als ich mir selbst eingestehen mag – hat Bea Orca aber auch einen Motor. Der 7,5 PS Bukh-Einbaudiesel läuft verbrauchsarm mit ca. einem Liter pro Stunde. Uns verbindet eine Hassliebe. Einerseits mag ich Motoren nicht wirklich, mag ihn aber zugleich in diesem Revier nicht missen.

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